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Travemünder Woche

Travemünder Woche

132. Travemünder Woche – Finn Dinghy
24.- 27. Juli 2021

Während des Corona Lockdown musste ich das Segeln stark vernachlässigen und so drängte meine innere Stimme schon seit Monaten darauf, nochmal an einer großen Regatta teilzunehmen. Nach langen Hin und Her habe ich dann mutig die Entscheidung getroffen mit meinem Finn zur 132. Travemünder Woche zu melden.

Erich Offermanns hatte vor Jahren erklärt, dass man zu wichtigen Regatten mit etwas Vorlauf anreisen muss, damit man sich auf die Situation einstellen kann. Das tat ich dann auch und reiste bereits am Donnerstag an obwohl der erste Start erst für Samstag geplant war. So konnte ich mich nach langer Segelabstinenz an das Boot und an das Revier gewöhnen.

Immer noch nicht sicher ob die Teilnahme an einer Regatta mit Welle und Wind mit meinem Fitnessgrad wirklich weise ist, kam ich am Möwensteingelände des Lübecker Yacht-Clubs an. Ein wunderschönes Wiesengelände mit eigener Rampe zur Travemünder Bucht. Das neue Zelt war dank Luftpumpe schnell aufgebaut und der FINN stand kurz darauf fertig aufgeriggt an der Rampe.

Mit einem geliehenem Elektroroller ging es sodann in Richtung Maritim Hotel und es galt Travemünde zu erkunden. Travemünde, nördlich der Hansestadt Lübeck direkt an der Mündung der Trave in die Ostsee gelegen beindruckte mich sehr und zeigte sich als mondäner Badeort mit großzügiger Strandpromenade.
Das hatte ich von meiner letzten Teilnahme an der Travemünder Woche Anfang der 80er Jahre mit Stefan Meid so nicht in Erinnerung.
Auch der Priwall, der sich uns Piratenseglern in den 80ern als regenüberflutetes Sumpfgebiet darbot und neben einer Jugendherberge nur Zeltwiesen aufwies war nun mit einer großen modernen Marina und zugehöriger Wohnanlage nicht wiederzuerkennen.
Entlang der Promenade wurden bereits die Buden und Festzelte aufgebaut und erste Segler besiedelten den Parkplatz am Leuchtenfeld, dort sollten auch die Triassegler vom Rursee unterkommen.
Schnell noch das Frühstückscafé für die kommenden Tage gesucht und im Marinepool Zelt eine neue Segeljacke gekauft, nun konnte die Regatta beginnen.

In Summe hatten 26 Finns gemeldet und es wurden 6 Läufe gesegelt werden. Pünktlich zum ersten Start zeigte sich die Travemünder Bucht bei 3-4 Windstärken mit beeindruckenden Wellen.
Da ich Guido nicht fragen konnte habe ich vor dem Auslaufen nochmal in den Segelanweisungen nachgeschaut wie die Bahnführung des „Outerloop“ aussieht. Und dann ging es über die Rampe in Richtung der Regatta Bahn „Delta“.

Dort angekommen blieb noch genug Zeit mit einigen Testkreuzen die vorherrschende Windrichtung zu erkunden, ein Gefühl für Winddreher zu bekommen und die Kompasswerte für die Amwindkurse zu notieren.
Der erste Lauf sollte dann bereits alle Zweifel beseitigen, es war die richtige Entscheidung nach Travemünde zu fahren! Ich durfte ganz vorne mitsegeln und wurde in diesem Lauf mit einem glücklich machenden dritten Platz belohnt. Freude pur, ich kann es doch noch 😊.
Bei den folgenden Läufen ging es dann nicht mehr ganz so weit nach vorne, es reichte aber am Ende für einen 8. Platz in der Gesamtwertung. Es war ein tolles Erlebnis nochmal auf offenem Wasser mit Welle Regatta zu segeln.
Dank seiner enormen Physis und teils freiem Pumpen lag bis zum letzten Tag Dirk Sievers GER 141 vom BSC (Blankenese) ganz vorne. Er musste aber nach den letzten drei Läufen den ersten Platz an Jürgen Eiermann GER 8 vom Ruder-Club Rastatt abgeben, der sich in gewohnt ruhiger und konzentrierter Art den Gesamtsieg sichern konnte.

Nach der Siegerehrung ging es dann zurück nach Aachen mit dem Entschluss das Regatta Segeln auf dem FINN doch nochmal zu intensivieren.

Gruß Jochen GER 997

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