ABC Contender Team

ABC-Boot gewinnt bei der Contender-WM in Como ....

…viele neue Erfahrungen. Bericht: Olaf Just

 

Na jetzt habe ich euch aber gekriegt, oder? Um Nachfragen von vorneherein zu vermeiden, ich werde meinen Finn nicht verkaufen, aber so eine Gelegenheit gibt es nicht so oft – eine WM auf Süßwasser im sonnigen Süden. Einmal nicht bei 7°C im Regen in Kiel oder Medemblik, stattdessen 24 Grad warmes Wasser und beinahe so viele Knoten Wind.

 

Aber da wo es schön ist, wollen natürlich alle hin, also 2 Stunden warten vor dem Gotthardtunnel – auch egal, schließlich habe ich ja Urlaub.

Dann Anmeldung und Vermessung – leider nur noch Termine am Abend frei, auch egal, schließlich habe ich ja Urlaub.

Montag: Practice-Race – laut Webseite ist das hier die größte Contender-Regatta aller Zeiten. 180 Meldungen aus 12 Nationen, also werden wir in vier Flotten rot, grün, gelb, blau unterteilt. Ich starte in rot und bin erstaunlich schnell unterwegs. Gestreckt im Trapez, alle Strecker dicht und ab geht die Brigg.

 

Ich kann sogar Chappi auf der Kreuz abhängen, unser Contender-Original mit Abi 74 – Aufkleber auf seinem uralten Passat und unter anderem Erfinder des Musto-Skiffs. Bin gespannt auf morgen.

Contender WM 2013 am Comer See
Contender WM 2013 am Comer See

Dienstag: Rote Flotte und Start wieder erst um 13:00 Uhr. Bis dahin - „la dolce far niente“. Dann „barca en Aqua“ - mit 180 Booten über eine Slipbahn – das dauert, aber egal schließlich habe ich ja Urlaub.

 

Vor dem Start spürt man die knisternde Spannung – dann geht es los. Starten konnte ich auch schon mal besser, aber über rechts gibt es unter Land ein paar schöne Dreher und Windstriche, Rursse XXL halt, und so kann ich nach und nach wieder aufholen. Der Wind wird immer mehr, „fat is fast“. Das zeigt uns allen der >100kg-Athlet Simon Mussel aus Great Britain, der nicht nur heute beinahe alle Läufe gewinnt.

 

Dienstag, zweiter Lauf: Diesmal läuft es am Start besser, aber das Rudergefühl ist irgendwie schwammig. Auf dem letzten Schenkel passiert es dann – ich habe die abgebrochene Pinne in der Hand – Sch…ade.

 

Na ja, war trotzdem ein schöner Segeltag. Den Abend verbringe ich dann mit der Reparatur, aber natürlich gibt es Abend ein großes Gelati, schließlich habe ich ja Urlaub. Dabei bekomme ich dann den ent¬scheid-enden Tipp doch mal Kreuzen ohne Ruder zu üben.

 

Mittwoch: Heute grüne Flotte, wieder Sonne und 20 Knoten, ich komme super beim Start weg und mache auf der Kreuz auch noch einiges gut. Die Pinne hält – der Pinnenausleger leider nicht. Einen Contender ohne Ausleger kann man nicht schnell segeln, also fummele ich an 10 Stelle liegend und im Gleiten den Ersatzausleger aus dem Luk, kostet weitere 10 Plätze, aber ich fahre den Lauf nach Hause und alle anderen danach auch. Wenn es einen Streicher gibt, kann ich evtl. doch noch mein Ziel, die Gold-Fleet, schaffen.

 

Donnerstag: Heute blaue Flotte – die Silberflotte ist auch blau, hoffentlich ist das kein schlechtes Omen. Irgendwie wird das mit dem Starten immer schlechter bei mir. Ich verhake mich in den Nachbarbooten und stehe ohne Fahrt herum. Der Kurs ist dann natürlich viel zu kurz um das Ergebnis noch deutlich zu verbessern. Aber das Material hält und es gibt einen Streicher – yeahh.      Ziel erreicht, Gold-Fleet.

 

Conteder WM 2013 Comer See
Conteder WM 2013 Comer See

 

Freitag: Stolz kann ich mein goldgelbes Band an den Mast bändseln. Eigentlich brauche ich jetzt gar nicht mehr segeln, die erste Hälfte kann mir keiner mehr nehmen. Aber die tollen Segelbedingungen locken mehr als die schlaffen Muskeln bremsen können. Für 90 Boote ist die Linie zu kurz, direkt neben mir verhakt sich ein ganzer Pulk und ich kann wegen der Vorfahrt der anderen nicht Wenden – so ein Mist. Also nichts wie hinterher, aber es ist halt so „the Gold-Fleet is no sugar licking“ - viel mehr als ein Paar gekenterte Boote einzusammeln ist nicht mehr drin.

 

Beim zweiten Lauf hat es dann deutlich weniger Wind – teilweise kann man nicht mal mehr gestreckt im Trapez stehen. Das ist mittlerweile ein ungewohntes Gefühl. Außerdem sollte dies die WM entscheiden.

 

Am Abend steht erstmals der Däne Sören Dulon-Andreasen an erster Stelle der Ergebnis¬liste, die hier ganze 6 DIN-A4-Seiten lang ist. Der bisher führende Brite Simon Mussel hatte in der Qualifikationsphase noch einen zweiten Platz streichen müssen, jetzt hatte er mit einem 10 Platz in der Finalphase gepatzt, den er erst streichen kann, wenn es 4 Finalläufe gibt. Der nächste Tag wird also spannend.

 

Samstag: Der letzte Regattatag, bei Flaute dümpelt die Flotte auf den See – dann schläft der Wind ganz ein. Simon steht unruhig im Boot – ich döse ein bisschen. Der letzte Abend war doch etwas lang. Irgendwann ist es 15:00 Uhr. Die letzte Startmöglichkeit ist laut Ausschreibung auf 16:00 Uhr festgesetzt. Sollte Sören schon gewonnen haben?

 

Doch dann kommt er, der Wind. Anscheinend haben sich einige wie ich vorgenommen heute endlich mal gut zu starten – Allgemeiner Rückruf. Doch dann dreht der Wind, die Wettfahrtleitung muss den Kurs neu auslegen und das bei mindestens 200m Wassertiefe. 15:30 Uhr – jetzt wird es knapp mit der Zeit. Schließlich kommt das Signal – Ende der Regatta, Sören gewinnt die WM durch einen Patzer von Simon im falschen Lauf.

 

Irgendwie bleibt dabei ein ungutes Gefühl, dass die Wettfahrten so unterschiedlich ins Ergebnis eingehen. Hätte Simon in der Qualifikations¬phase gepatzt, wäre er jetzt Weltmeister.

 

Abends dann Siegerehrung, am nächsten Tag sind fast alle Segler schon auf dem Weg nach hause. Schade, aber egal, schließlich habe ich jetzt hier noch zwei Wochen Urlaub!

Beim zweiten Lauf hat es dann deutlich weniger Wind – teilweise kann man nicht mal mehr gestreckt im Trapez stehen. Das ist mittlerweile ein ungewohntes Gefühl. Außerdem sollte dies die WM entscheiden.

Am Abend steht erstmals der Däne Sören Dulon-Andreasen an erster Stelle der Ergebnis¬liste, die hier ganze 6 DIN-A4-Seiten lang ist. Der bisher führende Brite Simon Mussel hatte in der Qualifikationsphase noch einen zweiten Platz streichen müssen, jetzt hatte er mit einem 10 Platz in der Finalphase gepatzt, den er erst streichen kann, wenn es 4 Finalläufe gibt. Der nächste Tag wird also spannend.

Samstag: Der letzte Regattatag, bei Flaute dümpelt die Flotte auf den See – dann schläft der Wind ganz ein. Simon steht unruhig im Boot – ich döse ein bisschen. Der letzte Abend war doch etwas lang. Irgendwann ist es 15:00 Uhr. Die letzte Startmöglichkeit ist laut Ausschreibung auf 16:00 Uhr festgesetzt. Sollte Sören schon gewonnen haben?

Doch dann kommt er, der Wind. Anscheinend haben sich einige wie ich vorgenommen heute endlich mal gut zu starten – Allgemeiner Rückruf. Doch dann dreht der Wind, die Wettfahrtleitung muss den Kurs neu auslegen und das bei mindestens 200m Wassertiefe. 15:30 Uhr – jetzt wird es knapp mit der Zeit. Schließlich kommt das Signal – Ende der Regatta, Sören gewinnt die WM durch einen Patzer von Simon im falschen Lauf.

Irgendwie bleibt dabei ein ungutes Gefühl, dass die Wettfahrten so unterschiedlich ins Ergebnis eingehen. Hätte Simon in der Qualifikations¬phase gepatzt, wäre er jetzt Weltmeister.

Abends dann Siegerehrung, am nächsten Tag sind fast alle Segler schon auf dem Weg nach hause. Schade, aber egal, schließlich habe ich jetzt hier noch zwei Wochen Urlaub!