ABC Dyas TEAM

3.-4. Mai 2014 Beilken Cup Rursee

Ein ¼ Jahrhundert und ein paar Kilos später

Beilken Cup Rursse 2014 am YCR
Beilken Cup Rursse 2014 am YCR

Bericht Micky Junge Andreas Comanns: Vor vier Jahren, nach Haussanierung völlig ab- und körperlich ausgebrannt und dem Wissen als Mann nach Haus, Kind und Baum die Pflicht erledigt zu haben, musste dann auch mal ein Spielzeug her. Die Gelegenheit war gut, da stand eine alte Fritzmeier im Verein zum Verkauf und in der Schatulle noch die Goldmünzen von der Kommunion ...... und Micky’s toy war da. Vier Saisons später war Hauptaufgabe Nr. 1 erledigt, Kind 1 mit dem Segelsport infiziert und jetzt, ja jetzt konnte endlich das Regattafieber auskuriert werden und was lag da näher als meinen alten Steuermann Andi ans Rohr zu setzen, endlich wieder die Strapse überzuziehen und beim Beilken Cup beim Yacht-Club Rursee zu melden.

 

25 Meldungen, 4 Windstärken, frische Temperaturen aber Sonne pur standen auf der Agenda, einfach Kaiserwetter. Nach dem Andi und ich vor 26 Jahren das letzte Mal im 470er eine Regatta gesegelt sind, Micky’s toy noch nicht getrimmt war, haben wir uns dann schon mal eine Stunde früher an Bord eingefunden und mit einem ¼ Jahrhundert Lebenserfahrung und ein paar Kilos mehr (hier meine ich natürlich die Dyas im Vergleich zum früheren 470er) auf das Woffelsbacher Becken begeben. Die mit Startschiff und schnellem Mobo gut ausgestattete und erfahrene Regatta-Crew vom YCR brachte trotz a-typischer östlicher Winde einen schönen und anspruchsvollen 1. Kurs im Woffelsbacher Becken auf’s Wasser. Eine nahezu perfekt ausgelegte Linie, die gut 20 Boote und 4 Beaufort waren ein fulminanter Beilken-Cup-Start. Die vielen „Raum-Rufe“ zeugten vom Engagement aller Segler. Der erfahrene Rursee-Segler stand auf den Kreuzen vor der Entscheidung „Backbord an den SSCR-Stege“ oder steuerbord immer an der Kermeter Wand entlang. Zweites, auch „Prinz-Luipold-Schlag“ genannt, war wie immer risikobehaftet und konnte 10 Cent für die Parkuhr bedeuten, aber auch trotz längere Segelstrecke zwei, drei Plätze bringen. Der eine oder andere Auswärtige schlug aufgrund der Dreher die Hände über dem Kopf zusammen, der Rursee-Schotte sprach entspannt von relativ stabilem Wind, weil die 30° - 40° Dreher selbstverständlich ohne eigene Wasserung vom erfahrenen Steuermann ausgefahren wurden.

Quelle DYAS FLOTTE Rursee
Quelle DYAS FLOTTE Rursee
ERGEBNISSE
Dyas-Beilken-Cup-1.pdf
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Nach dem wir – zu unserer Überraschung – im vorderen Feld mitfuhren, stiegen bei uns Ehrgeiz aber v.a. der Spaßfaktor schnellte nach oben. Und es war wie früher ...... blindes Verständnis an Bord, Tüte rauf, Tüte rüber, Tüte runter, Schotte raus, Schotte rein, keine unfreiwilligen Wasserungen dafür aber wunde Hände. Den ersten Lauf fuhren Jörg und Silke Stransky ein, gefolgt von den zweiten Lokalmatadoren Christoph und Nils Dauber. Gegen 15:00 öffneten scheinbar die Woffelsbacher Ihre Terrassen für Kaffee und Kuchen. Aufgrund der unkontrollierte Betätigung dieser mannigfachen Öffnungen und den dann daraus resultierenden suboptimalen Windverhältnissen beschloss die Regattleitung in unbebautes Gebiet – der sogenannten Düse – auszuweichen. Dem Rursee-Segler graut es üblicherweise vor diesem Schlauch – man fährt achterlich rein und am Wind raus oder umgekehrt oder auch ganz anders. Bei der vorherrschenden Windrichtung, war die Düse aber genau die richtige Bahn am richtigen Tag. Und wieder Sonne, Wind, Kaiserwetter und das eine oder andere Mal ein schöner Spiritt. Den 2. Lauf fuhren .... siehe 1. Lauf. Den 3. Lauf fuhren .... siehe 1. und 2. Lauf. Ein herrlicher Segeltag wurde dann im YCR-Clubhaus mit einem sehr, sehr leckeren und für den weiteren Flüssigkeitskonsum gut gewürztem Buffet abgerundet. Tag Zwei konnte dank der drei Läufe des Vortages mit einem sonnigen und entspanntem Frühstück eingeleitet werden. Der Wetterbericht mit 2 Beaufort und Sonne erfüllte sich auch heute wieder und die Regattaleitung fand mal wieder das richtige Fleckchen und Zeitfenster für einen später noch verkürzen 4. Lauf. So waren wir dann fertig, bevor die Woffelsbacher wieder für Kaffee & Kuchen die Teerassenntüren öffneten. Auch wenn Christoph und Nils ihren neuen Spi um den Bugbeschlag wickelten, dann zu Patchwork zogen und reinfuhren, so blieb es bei der Endplatzierung Stransky vor Dauber. Wir beendeten das Rennen als fünfter und freuten uns, das es nach einem ¼ Jahrhundert und auf einem Boot mit ein paar mehr Kilos immer noch läuft. Neben diesem schönen Boot namens „Dyas“ fühlten wir uns auch gleich in dieser „Klassengemeinschaft Dyas“ sehr wohl. Dies obwohl wir die Vermutung haben, dass sich am Samstagabend die eingeschworene Gemeinschaft schnell mal ausgedacht hat, dass die neuen Gringos den Regattabericht schreiben sollen und uns Silke ganz charmant mitteilt, dass es immer der Fünftplatzierte im ersten Lauf macht. Vielen herzlichen Dank Silke!

Es war ein Top-Wochenende und am nächsten Tag im Büro schaue ich auf meine Hände, spüre die Schwielen und das Brennen und mein Gegenüber scheint sich zu fragen warum der Kerl so breit in sich hinein grinst ......
Micky, Schotte von Andi natürlich auf Micky’s toy.

1.-2. Juni 2013 Dyas starten bei den Rurseetagen

Rurseetage 2013 - Bericht von Christoph Dauber: Rurseetage 2013 oder wie lässt man eine neue Regatta für die Dyas aufleben. Leider fruchtete mein Aufruf uns als Dyasklasse zu den Rurseetagen zu treffen nicht bei vielen Dyasseglern. Aber vielleicht ist nun der Anfang für das nächste Jahr gelegt. Am Start waren 3 Dyas mit großen Regatta Erwartungen. Familie Harnacke, Micky Junge mit Nehle Jungen und Paula, sowie Nils und ich.

Bei für den Rursee in diesem Jahr fast üblichen Windbedingungen ( Nordwind mit im Tagesverlauf zunehmenden Westschlenkern ) entschied sich die Regattaleitung unter Olaf Just zum Start im Woffelsbacher Becken. Dies stellte sich nach anfänglichen Windkapriolen als richtig heraus. Gesegelt wurden am Samstag 3 Läufe, gespickt mit heftigen Böen und einigen Drehern die schwer vorhersehbar waren. Einmal setzte der Wind links, einmal rechts, einmal von oben, einmal von unten ein , so dass im späten Nachmittag nach 3 gesegelten Läufen alle glücklich und auch etwas erschöpft vom Boot kamen. Das anschließende Hamburger Essen im Clubhaus , wie auch das sonntägliche Frühstück waren sehr lecker. Dies besonders dank der spontanen zusammengefundenen ABC-Crew in der Küche. Vielen Dank an alle Helfer. Sonntags morgens hatte der Wind noch mehr auf Nord gedreht und blieb auch im Tagesverlauf auf Nord. Das Regattateam legte einen tollen Up-and-down Kurs von der Tonne 5 zur Tonne 6 mit 4 Runden aus, der einen sehr interessanten Verlauf nahm. Also: Erste Kreuz links hoch ab dem AYC nach rechts rüber! Zweite Kreutz unten rechts bis zum Startboot, dann durch die Mitte zum AYC nach links rüber dann zur oberen rechten Ecke wieder rechts. An der Ecke angekommen ein tolles Bild, alle Finns voll am Gleiten auf schwarzem Wassen mit Hellblauem Himmel als Hintergrund.  Dritte Kreutz komplett rechts hoch bis ganz oben . Vierte Kreutz wieder rechts. - Was eine Abwechslung! Downwind wurde meist durch die Mitte gefahren, manchmal im Bereich des AYC etwas nach rechts. Toll war unser dritter Spinnakerritt, mit Vollgas von der 6 bis fast zum Startschiff herunter!

 

Hoffentlich gibt es nächstes Jahr eine noch regere Beteidigung der Dyasflotte , der Wind, die von der Regattacrew ausgelegten Kurse, das Essen … Eigentlich alles stimmte!

Ergebnissliste
Ergebnissliste

Blaues Band vom Rursee: Dyas vom ABC vorne

Gestartet wurde in zwei Gruppen direkt vor der TH. Zuerst starteten die vermeintlich langsameren Boote wie zum Beispiel Pirat und Finn und Laser. In der darauf folgenden Gruppe 5 Minuten später startenden Gruppe dann auch die Dyas. Nach einer unkonventionellen Startkreuz zur Tonne 4 die direkt vor dem ABC lag segelten wir auf das Kermeter-Ufer zu denn es ging im weiteren Verlauf zu Tonne 2.

Die meisten Segler meiner Gruppe jedoch entschieden sich für die rechte Seite also mitten durch das Woffelsbacher Becken zu segeln, was auch anfangs sehr verlockend aussah, da nach der Tonne 4 ein Rechtsdreher das ganze sehr schmackhaft machte. Mit einem Rechtsdreher bei stark auflebendem Wind segelten wir sehr raum einen guten Anlieger bis zur Tonne 2. Ich glaube kurz vor der 2 überholten wir Tim im Laser! Spie hoch und – der Wind war weg!

 

Nach quälend langsamer Fahrt unter Spie bis zur Düse folgte eine interessante Passage bis zum Ende der Düse (mit 4-mal Spie bergen und erneut setzen!). Am Ende der Düse hatten wir bereits die 470er eingeholt. Sebastian und Sophia lagen im Piraten kurz vor den 470 und wehrten sich erfolgreich bis zu Liebesinsel gegen ein Überholmanöver. Auch die Finns , bis auf Olaf, waren schon in Sicht. (Wie mir später berichtet wurde war Olaf und Jochen zeitgleich in die Düse gefahren, jedoch war Olaf als Jochen am Ausgang der Düse war schon an der Liebesinsel angekommen!)

Bis zur Tonne 9 hatten wir starke Westwindböen und holten unter Spie einige Minuten auf die Finns auf, die wir schließlich auf der Rückfahrt, in Höhe der Tonne 7, überholen konnten. Vor den Finns liegend ging es von der Liebesinsel zur Tonne 6. Auch dort eine unkonventionelle Streckenführung! Jedoch gar nicht so uninteressant zu segeln. Wir entschieden uns nach der 6 für die rechte Seite wo am Ufer Zieher zu erwarten waren. Das Verfolgerfeld aus 3 Finns wendete nach der 6 und bekam in der Mitte bessere Drücker, holte auf und überholte. So waren in Höhe des AYC sowohl Jochen an uns vorbei, als auch Olaf und Guido gleichauf mit uns! In dieser Reihenfolge ging es bis zur Einfahrt ins Woffelsbacher Becken. Jochen in Führung 10 m in Lee versetzt wir direkt da hinter. Als wir nun auf Steuerbord wendeten um aus seinem Windschatten heraus zu kommen, wendet er zwar zuerst mit um uns zu decken, jedoch nach kurzer Fahrt wieder auf Backbord zurück. Dies war wie sich herausstellte ein Fehler da wir am TH-ufer angekommen einen starken Linksdreher bekamen und so ca. 15 m vor ihm im Ziel ankamen.

 

Das anschließende Buffet an der TH war, wie immer, umfangreich und gut! Eine insgesamt gelungene Regatta bei angenehmem Wind und Sonne.    

 

Bericht: Christoph + Nils Dauber Sieger des Blauen Bandes 2013