7.-8. 6. 2014 | ABC dabei, KIEL– YOUNG EUROPEAN SAILING

KIEL– YOUNG EUROPEAN SAILING | ABC erfolgreich in Kiel
KIEL– YOUNG EUROPEAN SAILING | ABC erfolgreich in Kiel

Mit Rund 800 Teilnehmern einer der größten Regatten Europas - da durften die ABC-Teams nicht fehlen. Mit 3 Teams (Tobi & Nick, Sebastian & Melina und wir, Daniel & Markus) machten wir uns am Freitag auf den Weg nach Kiel. Die lange staugeplagte Anreise war eine durchaus witzige Angelegenheit, so können die Jungs von ihrem ersten Stauflirt berichten, denn das nette Lächeln und Zurückwinken der Stauhühner lässt darauf schließen, dass die hinteren Scheiben doch nicht so blickdicht sind...

ERGEBNISSE PIRATEN KIEL YOUNG EUROPEAN SAILING
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Gegen 20 Uhr wurden die Jungs das zweite Mal nervös – wie gucken wir denn jetzt das Fußballspiel? Kurze Überlegung... mit dem iPad! So wurde der Bus kurzfristig zur Multimediazentrale umgebaut und das iPad fand einen guten Platz für alle Betrachter – außer fürn Fahrer ;-( Anfangs noch ohne Ton, wurde ein iPhone zur Tonübertragung zum Autoradio genutzt – echt stark, es funktionierte! So konnten wir die erste Halbzeit verfolgen, wenn da nicht irgendwann der nette Hinweis des Netzbetreibers gekommen wäre – ihr Datenvolumen ist aufgebraucht – so ein Mist! Nach kurzer Überlegung wurde das Radio auf Mittelwelle eingestellt und man hatte das Gefühl man höre einen alten Propaganda-Sender – doch es war das Fußballspiel! Um 22.30 Uhr waren wir endlich in Schilksee angekommen und die Zelte der Jungend wurden im Scheinwerferlicht aufgebaut. Nach einer kurzen Nacht ging es zum Check-In und zum anschließenden Boote-Frühstück – es gab der Eile wegen nur einen Kaffee-to-go und ein paar Brötchen auf die Faust... Die anschließende Steuermannsbesprechung viel ernüchternd aus, denn der Samstag sollte ein Tag mit wenig Wind werden – so war erst mal warten angesagt. Die Einen nutzen die freie Zeit für einen kleinen Trainingsschlag, die Anderen machten die Promenade unsicher. Nach unzähligen Startverschiebungen machten wir uns zur Skimboardbahn, auf welcher man mit kleinen geformten Holzboards über seichtes Wasser gleitet. Kurz den Betreiber bequatscht und schon huschte auch Nick über die Bahn – mal stehend, mal fallend... Um 17.00 Uhr dann die Erlösung – keine weitere Startverschiebung mehr an diesem Tag – Sonntag sollte es um 9.30 Uhr losgehen. Inzwischen waren auch unsere ehemaligen Clubmitglieder Thomas & Anja Strang mit Moritz im Hafen angekommen und die Freude von Moritz seine alten Idole zu sehen war riesig! Die Alten genossen ein kühles Getränk und die Jugend bereitete ihr neues KV-Boot zur Taufe vor!

Pünktlich um 20.00 Uhr floss der Sekt übers Schiff – ich taufe Dich auf dem Namen „PiKaNT“ (Piraten Klassenvereinigung Nick & Tobi), so heißt nun der neue Dampfer! Männer – das neue Boot, die Gelegenheiten die Euch ergeben! Unglaublich! Macht was draus und sammelt weitere Puzzelsteine! Der nette Abend ging nahtlos zu Backfisch und Pommes über und auch so mancher 1 Meter Hot-Dog wurde besiegt... Kaputt vom Nichtstun fielen wir irgendwann völlig erschöpft ins Bett – immer im Hinterkopf, um 6.00 Uhr klingelt der Wecker! Wer Kiel kennt, weiß, dass die Piraten immer auf einer der weit entferntesten Bahnen segeln und ca. 1 – 2 Stunden brauchen um ihre Bahn zu erreichen. So auch an diesem Morgen – kein Wind! Wir trieben in Richtung unserer Bahn und mussten mit ansehen, wie Laser, 420iger, Europes und Co von ihren Trainern zur Bahn geschleppt wurden – nur wir nicht. Wir trieben weniger schnell in Richtung Leuchtturm und so langsam frischte der Wind auf! Auf unserer Bahn angekommen, konnten wir die ersten Stunts der 14-Footer beobachten, welche sich beim auffrischenden Wind richtig auf die Nase legten... Das erste Rennen wurde gegen 11.30 Uhr gestartet und wir waren schon jetzt ein wenig platt... Bei 4 – 5 Bft wurde eine schöne Bahn mit viel zu spitzen Spikursen gesegelt – egal es macht einfach Spaß bei Wind und Welle zu segeln! An vierter Stelle liegend rundeten wir die letzte Bahnmarke und mussten nur noch ins Ziel... Wir trennten uns von den Führenden und mussten schnell feststellen, dass dies ein großer Fehler war, denn die Verfolger waren an uns vorbeigefahren. So konnten wir nur noch einen siebten Platz ins Ziel retten – Tobi & Nick auf Platz 9 und Sebastian & Melina auf 14. Auf dem Rückweg zum Startschiff, stellten wir fest, dass der Wind gedreht hatte und deutlich weniger wurde. Nun war warten angesagt, denn der Wind dreht nur langsam weiter und es konnte keine vernünftige Bahn ausgelegt werden. Nach 2 Stunden ging es dann endlich weiter... Gegen 15.30 Uhr fiel dann der Startschuss zur zweiten Wettfahrt – wir verpatzen den Start und fuhren als Einzige komplett auf die rechte Seite und versuchten unser Glück mit einem Extremschlag. Am Luvfass konnten wir uns im Mittelfeld einreihen und uns auf dem Spigang einen ersten Blick über die Spitze verschaffen... Rot/Grau vorne! Tobi und Nick führten die Horde wilder Piraten an – klasse! Doch wer die Verfolger kennt, wusste dass es so bestimmt nicht bleiben wird. So kam es dann auch, dass sich Svenja & Butze und Till & Carlotta vorbeischoben. Am Ende konnten sie mit einem 6 Platz zu frieden sein und wir mit einem 10 Platz das Schlimmste verhindern. Nach dem Ziel war wieder einmal warten angesagt – inzwischen war es 17.00 Uhr und die Motivation war gleich null. Kurz nach fünf dann die Erlösung – keine weiteren Wettfahrten mehr für heute! Schnell war klar, dass es ohne einen Schlepp in den Hafen eine lange Heimfahrt geworden wäre. Im Schlepp eine Bestandsaufnahme der Boote – irgendwie vermissten wir Sebastian & Melina... Im Hafen angekommen Standen die Beiden gut duftend an Land – die Nachwirkungen der langen Fahrt waren einfach zu Groß! Nach gut 9 Stunden aufm Wasser ging es erst einmal unter die Dusche, um anschließend einen gemütlichen Grillabend am Yacht Club Strande zu verbringen. Nach den ersten Kaltgetränken war auch endlich die Ergebnisliste online – doch leider eine falsche. Die Ergebnisse im ersten Lauf waren irgendwie durcheinander, so dass bei uns ein 13. Platz gelistet war... Wir legten eine Grillpause ein um bei der Jury Einspruch zu erheben, wir trafen viele bekannte Gesichter und der Blick auf die Ziel-Eingangsliste zeigte wo das Problem war... Viel zu viele Nummern wurden durchgestrichen und wieder neu geschrieben – das reinste Chaos. Chaos herrschte auch am Grill, denn wenn 24 Crews grillen kommt eine Menge Fleisch und Würstchen zusammen und so mancher musste sein Stück Fleisch mit spitzen Fleischgabeln verteidigen. Ein lustiger Abend mit vielen netten Gesprächen wurde am Bierstand auf der Meile beendet und auch am nächsten Tag klingelte der Wecker um 6.30 Uhr... Schon auf dem Weg zum Frühstück konnte man keinen Wind finden – da hätten wir doch noch länger schlafen können... Nun begann das lange Warten – so weit gereist und dann nur 2 unbefriedigende Läufe? Das kann doch nicht Kiel gewesen sein... Um 10.00 Uhr dann endlich die erfreuliche Durchsage – auslaufen für die 505er, 14-Footer und Piraten – es wird auf der Innenbahn am Leuchtturm gesegelt. Auf der Bahn angekommen wehte ein recht konstanter Wind mit 2 – 3 Windstärken – wir kamen am Start gut weg und rundeten das Luvfass als 2ter. Auf dem letzten Downwind machten wir einen kleinen Fehler und Svenja & Butze schoben sich vorbei. Wir konnten uns vom restlichen Feld ein wenig absetzen, so dass der 3. Platz unser Ergebnis des letzten Laufs war. Sebastian & Melina zeigten eine gute Leichtwindperformance und fuhren einen soliden 7. Platz – Tobi & Nick landeten einen 11 Platz... Endergebnis nach 3 Wettfahrten: 6. Platz: GER 4411 Daniel Jonkmanns & Markus Ludwigs 11. Platz: GER 4453 Tobias Call & Nick Houben 15. Platz: GER 4432 Sebastian & Melina Schuhl Die Yachten waren schnell verpackt und der spannendste Teil des Wochenendes begann – unsere Rückfahrt! Wir fuhren in Kiel bei schönstem Wetter ab und je näher wir in Richtung Münster kamen, desto dunkler wurde es. Die ersten Bilder des Unwetters aus Aachen erreichten uns per Handy – Chaos im Verkehrsfunk! Der Himmel verfärbte sich grün – die ersten Blitze... In Höhe Gladbeck war es dann so weit, wir waren im Zentrum des Unwetters angekommen! Blitze, Donner, Sturm und Regen, so wie wir es noch nie zuvor erlebt haben. Der Doppelstocktrailer hob sein Beinchen – Auto und Boot wackelten wie Fähnchen im Winde – Hölle! Wir entschlossen uns langsam auf die Autobahn zu fahren um den herumfliegenden Ästen und Bäumen auszuweichen – mit 3 km/h ging es zur nächsten Brücke unter welcher wir eine Zeit verweilten... Schade, dass ich das Telefonat zwischen André und Nick nicht mitscheiden konnte, als ein Blitz gut einen Kilometer vor uns eingeschlagen ist – ich sag nur Heiliger Bimbam, danach Sille... In Dinslaken angekommen überlegten wir noch, ob wir die Schiffe in unsere Halle bringen, oder ob Markus den Doppelstock mit nach Aachen nimmt... Das Gewitter war schon durchgezogen und es Stand der Fahrt nach Aachen nichts mehr im Weg – bis auf die etlichen Bäume auf der Autobahn - die reinste Slalom-Fahrt.

Zum Glück sind wir alle gesund und munter zurück – wer den Doppelstocktrailer am Wochenende gesehen hat, weiß was wir durchgemacht haben! Kiel – immer eine Reise wert! Für die ABC-Truppe Bericht: Daniel Jonkmanns