28.03. – 03.04.2015 Trainingslager Pirat Steinhuder Meer

 

Wie in jedem Jahr war ich, diesmal mit Karen, wieder beim Osterlager am Steinhuder Meer dabei. Mit 7 Booten und 4 Trainern (Jan-Bernd, Anja, Holger und Rolf) waren wir eine überschaubare Truppe in der Jugendherberge.

 

Samstag

 

Der erste Tag fing wie gewohnt mit Ankommen, Auspacken und Boote- Aufbauen an. Die Zimmer wurden aufgeteilt – 6 Jungs in eines, 6 Mädels in eines, an dessen Tür selbstverständlich direkt eine Piratenflagge gehängt wurde, und Léonie und Niklas als Geschwister im dritten – und eine erste Runde Werwolf (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Werwölfe_von_Düsterwald )wurde gespielt, von denen noch viele weitere folgen sollten. Wer schon einmal teilgenommen hat, weiß, dass es immer ein Regelquiz gibt, bei dem alle möglichen Situationen abgefragt werden. Die alten Hasen können das inzwischen halb auswendig, während für die jüngeren das ein oder andere neu war. Dieses Quiz war die erste Bewertung für den Steinhudekönig, der am Ende der Woche gekrönt werden sollte.

 

Sonntag

 

Am nächsten Morgen ging der harte Teil der Woche los: Aufstehen zum Frühsport und das bei einer Stunde weniger Schlaf Dank Zeitumstellung. Jan-Bernd, wie immer gut gelaunt, scheuchte uns mit Holger aus den Betten, um ein Ründchen zu laufen und anschließend Krafttraining à la Holger zu machen. Nach ausgiebigem Frühstück ging es raus, um die Piraten zu trimmen. Manche hatten mysteriöser weise über den Winter ihre Trimmeinstellungen verloren. Nach dem Mittagessen ging es dann für alle zum ersten Mal in der Saison aufs Wasser. Nach ein paar Starts liefen die Wenden auch flüssiger und wir gewöhnten uns langsam an die Windbedingungen – außer Léo und Nik, die schon bald im Wasser lagen. Ein paar Stunden später versammelten wir uns, um den Tag zu besprechen und dann zu spielen: Werwolf, Werwolf und nochmals Werwolf. Wer das Spiel kennt, weiß dass Amor immer zwei aus dem Kreis zum Liebespaar bestimmen muss. Was am Anfang meist noch realistische Pärchen wie Holger & Anja und Léo & Nik waren, entwickelte sich bald zu Dreiecksbeziehungen zwischen Holger, Jonas, Nanning usw.

 

Montag

Der Montag begann wie jeder Morgen: Um 7 Uhr wurden wir aus den Betten geschmissen, um freudestrahlend im Eingangsbereich empfangen zu werden. Die Wetterprognose für den Tag sah recht stürmisch aus: 8 Windstärken sollten es wohl werden. Doch wir ließen uns nicht schrecken und machten uns trotzdem auf den Weg aufs Wasser. Da Karen und ich nicht so viel auf die Kante bringen und Nadine drinnen blieb, war Maren bereit mit uns rauszufahren. Auch wenn wir dadurch ab und an mehr mit uns selbst beschäftigt waren und ein, zwei Starts verpassten, hatten wir jede Menge Spaß und flogen nur so übers Wasser. Doch wie es kommen musste, passten wir einen Moment nicht auf und schon war die Mastspitze im Wasser versengt. Während Maren also noch halb auf dem Schwert hing, hüpfte ich schweren Herzens ohne Trockenanzug in das 5 Grad warme Wasser um die Großschot zu lösen und meinen Fehler wortwörtlich wieder auszubaden. Karen machte währenddessen einen grandiosen Köpper, der an sich nicht so schlimm gewesen wäre, wenn nicht ihr Troko nicht ganz zu gewesen wäre. Da die Fock unwissentlich immer noch fest war und Karen mit mir zusammen irgendwo in den Wellen stand, trieb Maren mit unserem Boot immer weiter ab und schaffte irgendwann es aufzurichten. In der Zeit sammelte Anja uns mit dem Motorboot wieder ein und lieferte uns bei Maren ab. Mit pitschnassen Klamotten war der Vormittag leider vorerst für uns gelaufen, aber die anderen hatten weiter ihren Spaß. So kenterten nicht nur Niklas und Léonie, sondern auch Nanning und Sveja lagen mit im Wasser.

Am Nachmittag spielte das Wetter verrückt, als zehnminütige Hagelschauer von sonnigen Abschnitten unterbrochen wurden. Die Sturmböen sorgten für noch mehr Mannschaften, die kenterten und die ich zusammen mit Anna und Nils an Land empfing. Ichselbst wollte am Nachmittag wegen nasser Klamotten und aufgebrauchter Kraft nicht raus segeln, weshalb Karen sich Jonas und Nadine schnappte, um als Dreierboot über die Wellen zu fliegen. Währenddessen kam eine riesige Gruppe Belgier in Grundschulalter an. Wie sich herausstellen sollte, konnten die weder leise gehen, noch leise reden - sei es tagsüber oder um halb 12 nachts.

Nach dem Essen war natürlich Theorie angesetzt, in der auch die Bilder des Tages präsentiert wurden. Später wollte Holger mit uns ein paar Gruppenspiele machen. Bei einem wurde ein Seil ca. 1,60m hoch gehalten und die Aufgabe war, alle auf die andere Seite zu befördern und dabei auf seiner aktuellen Seite stehen zu bleiben. Folglich wurde natürlich diskutiert, wie man den ersten rüber hieven könnte und was der letzte zu tun hat. Geeinigt hatten wir uns schließlich darauf, dass der erste, ein leichter, auf den Schultern eines anderen stehen solle und von dort über das Seil runter springen soll. Gesagt, getan. Die nächsten wurden als menschliches Brett rüber gehoben, bis wir vor dem Problem standen, wie wir Nanning als letzten auf der Seite zu uns bringen könnten. Also reihten wir uns in zwei Reihen auf, um ihn aufzufangen, wenn er einen Bauchplatscher auf uns macht – und der hat sogar wunderbar funktioniert. Nach einigen entspannten Runden Menschensortieren nach Alter und Schuhgröße auf Stühlen, war der Tag auch wieder zu Ende.

Dienstag

Der nächste Morgen war wie immer, nur der Wind machte uns allen etwas sorgen: Vorhersage 8-11 Windstärken. An Schaumkronen waren wir schon gewohnt, aber Wasser, das waagerecht fliegt, war so manchem neu. Trotz allem trauten sich Tim & Jonas und Nanning & Sveja aufs Wasser. Kurz darauf erwischte die erste starke Bö schon beide und sie lagen im Wasser. Während Tim & Jonas sich noch gegen den Wind wehren konnten und das Boot wieder aufrichteten, war das bei den anderen beiden nicht möglich, woraufhin der Mast im Schlamm stecken blieb und sich nicht wieder befreien ließ. Holger und Nik sprangen also – ohne Troko wohlgemerkt – mit ins Wasser, um zu retten, was noch zu retten war, denn der Mast war leider schon gevierteilt. Der Rest von uns machte sich daher auch schleunigst daran wieder Land unter die Füße zu bekommen, auch wenn viele noch nicht mal das Groß hochgezogen hatten. Nach einer Zeit tauchten auch die Bootsretter wieder auf und brachten das recht heile Boot und den ziemlich kaputten Mast mit sich.

Zum Mittagessen hatten sich Butze und Svenja angekündigt und so warteten wir auf den Lichtblick an diesem Tag. Die beiden hatten sich in diesem Jahr ein bisschen was ausgedacht. So spielten wir, nachdem wir alle Fragen, die uns auf dem Herz brannten, losgeworden waren, einige Runden Schotte gegen Steuermann. Unter den vielfältigen Aufgaben waren unter anderem Knoten, Buchstabensalat entwirren und Wettfahrtregeln. Regeln des Spiels waren ganz einfach: Schotte und Steuermann sitzen gegenüber, eine Frage wird gestellt und wer es weiß, greift den Kuli auf dem Tisch und darf antworten. Zur Folge hatte das ein paar böse Kratzer im Kampf um den Stift und ein paar unwissende Gesichter bei Fragen, wie dick eine Schleppleine sein muss oder wie lang eine Spischot sein sollte. Nachdem das alles in einem Unentschieden endete, verabschiedeten sich Butze und Svenja wieder und wir gingen essen.

Am Abend spielten wir ausnahmsweise mal nicht Werwölfe, sondern ich holte meine Gitarre raus, die gerade noch so in den Kofferraum gepasst hatte, und wir setzten uns im Flur zusammen, um zu singen. Die Liedtexte wurden mit den Handys abfotografiert und über die extra erstellte Gruppe weitergeschickt. Niklas, Nanning und ich übernahmen abwechselnd den Gitarrenpart, während alle anderen sangen. Das Ergebnis konnte sich bei einigen Liedern trotz einiger schiefer Töne sehen lassen, doch die Hauptsache ist, dass wir Spaß hatten. Zwischendrin kam Jan-Bernd noch vorbei und hatte wieder eine der vielen Überraschungen auf Lager: Felix‘ Vater hatte uns ein Päckchen Süßigkeiten geschickt, die natürlich auch sofort freudig aufgegessen wurden. Nach einem Video, in dem wir uns mit einem dreifachen Hackebeil bei ihm bedankt hatten, gingen wir, weil es langsam zu spät wurde, um in den Fluren Krach zu machen, in unseren Gruppenraum. Dort wurden wir nochmal überrascht: Am nächsten Tag sollte der Frühsport ausfallen. So ließen wir den Abend in der netten Runde schön ausklingen.

Mittwoch

Der Morgen des 1. Aprils war endlich einmal entspannt: Eine Stunde länger schlafen – auch wenn wir diese eigentlich Abends vertrödelt hatten – kein Frühsport und ein Frühstücksbuffet, wo die Belgier einen wie immer umrannten. Aprilscherze gab es an diesem Tag recht wenige, dafür waren alle mit Segeln beschäftigt. Der erste Test(!)-Lauf des Steinhudekönigs: Natürlich wurde von Jan-Bernd alles gefilmt und so kann man Léo & Nick und Karen & mich einen gelungenen Start fahren sehen, direkt gefolgt von Nadine & Maren und mit 20 sekündiger Verspätung auch Tim & Jonas. Das „Das Boot muss grade Melli/Tim“, hörten wir wohl erst später in den Videos.

Der nächste Lauf startete mit einem pünktlichen Überqueren der Linie seitens Léo & Nik und einem wohl etwas verfrühten Überqueren seitens Nadine & Maren, die für den Lauf leider deswegen disqualifiziert wurden, als keiner die Einzelrückruf-Flagge bemerkte. Tim & Jonas waren diesmal vor uns, sodass sie sich einen zweiten Platz ersegelten und wir uns den dritten.

Beim nächsten Start waren Nadine und Maren etwas kämpferischer gestimmt, da sie einen DSQ auszugleichen hatten. Folge war ein Kampf mit uns um den besten Startplatz, den wir leider verloren und das Heck des Startbootsstreiften (ein Glück nur das Gummiboot). Kringel selbstverständlich gedreht, segelten wir die Strecke ab. Unerreichbar weit weg waren die Mädels dadurch zwar nicht, doch einholen konnten wir sie leider auch nicht mehr. Léo & Nik gewannen den Lauf, gefolgt von Tim & Jonas, jenen Mädels, Karen & mir, den Geschwistern Anna & Nils und schließlich Felix & Christoph.

Jan-Bernds Videoansage: „Der dritte Lauf Steinhudekönig mit: Sveja und mir! 26 Sekunden noch zum Start. Einer an der Linie, der Rest hinterm Boot, es bleibt spannend. Die Flagge ist oben, Holger ist bereit zum retten, es geht los!“ Traumstart von Nadine & Maren, Tim & Jonas festgefahren hinter Léo und Nik, aber irgendwie rausgekommen. Nur wir trudeln etwas hinterher, dafür weiter in Luv als der Rest.

Mitten am Tag reiste eine Gruppe von Kreuzpfadfindern an – eine verrückte Mischung aus Rentnern in Kniestrümpfen über der Hose und Kindern etwas jünger als wir. Die waren wohl das Exakte Gegenteil der Belgier. Während die Belgier beim Essen öfter mal einen Zacken zu schnell unterwegs waren, hatten die Kreuzritter – wie wir sie nannten – die Ruhe weg und eröffneten uns eine ganz eigene Form von Gemächlichkeit – nur schlecht, wenn man es eilig hatte, da wir den ganzen Tag auf dem Wasser waren.

Abends schauten wir uns die netten Filmchen an, die wir über den Tag so gedreht hatten. Mit dabei: Tim, wie er zweimal (!) den Ausreitgurt verfehlt und ins Wasser plumpst, woraufhin Jonas ihm wutschnaubend erklärt, wofür die Dinger gut sind – alles auf Video festgehalten und für einen Lacher am Abend sorgend. Wieso ausgerechnet die Steuermänner am ABC immer nach Fischen suchen ist mir wohl ein Rätsel… Nach der netten Unterhaltung, simulierten wir eine Protestverhandlung. Mögliche Täter: Karen und ich. Angeklagt wurden wir von Jan-Bernd in Vertretung von Nadine und Maren, da wir beim Start sein geliebtes Motorboot angefahren hatten. Übersehen hatte er wohl den Kringel, den wir noch auf der Startkreuz drehten und so waren wir recht schnell aus Messers Schneide. Ein Glück. Den Rest des Abends vertrieben wir uns noch mit Werwolfspielen und gingen recht schnell ins Bett, um morgen um die Plätze für den Steinhudekönig zu kämpfen, denn noch stand alles offen.

Donnerstag

Der letzte Segeltag begann mit schönem Wind, der uns alle recht schnell raus auf das Wasser lockte. Auf dem Programm stand die letzte Steinhudekönig-Wettfahrten – mit Nanning auf dem Motorboot. Nach einem nicht ganz so perfektem Start für uns und Tim & Jonas‘ bestem Start der Woche ging es los. Der Spinnaker stand recht flott, um aber auch schnell wieder weggepackt zu werden, weil vor der Tonnenrundung eine Halse anstand. Die funktionierte auch wunderbar, sodass es mit Platz 2 in die nächste Runde ging. Diesen Platz konnten wir auch gut verteidigen und segelten ihn sicher unter Jan-Bernds Kommentare von wegen „Schiff grade“ ins Ziel.
Danach wurde bei schönen 3 Windstärken Wenden und Schiften geübt. Die Wenden funktionierten bei den meisten wunderbar, während es bei letzterem eher Probleme gab. Ausgerechnet Léonie und Niklas verkorksten die ersten Schiften, die Jan-Bernd aufnahm. In der Zeit übten wir fleißig Schiften, um unseren Trainern danach ein schönes Video von einem durchstehenden Spinnaker zu liefern – auch, wenn es bei dem einzigen bleiben sollte.
Kurz vorm Mittagessen segelten wir getrieben von leeren Mägen einen Lauf in den Hafen. Diesmal war es wichtig, schnell anzukommen – sonst würden uns die Belgier und die Kreuzritter noch alles wegessen. Also gesagt getan: Nullstart über die Linie, direkt gefolgt von den anderen und eine lange Kreuz Richtung Hafen. Dass es ein Ziel außer dem Buffet gab, wusste wohl niemand und so mogelten wir uns noch knapp vor Léo & Nik ins Ziel.

Nach dem Mittagessen versammelten wir uns wieder am Wasser mit der Absicht noch einen Lauf zu segeln. Überrascht waren alle von Massen an Hagelkörnern in den Booten: Während der Pause hatte es ordentlich geschüttet und als wir aufs Wasser schauten, erblickten wir ein wunderschön glitzerndes Meer mit einer funkelnden Sonne.

Um warm zu werden, kämpften wir mit teils durchmischten Crews in Matchraces um die ersten Plätze. Auch, wenn unser Holliday immer mehr oder weniger als zweites ins Ziel trudelte, machte es doch trotzdem Spaß, vor Allem, als einige starke Böen rein pfiffen, die uns als leichte Crew ins Gleiten brachte. Leider hatten andere eine Bö übersehen und Lagen im Wasser, während sich der Himmel langsam schwarz färbte. Einen weiteren Hagelschauer befürchtend, segelten alle schnell in den Hafen und packten zusammen.

Am Abend war Grillen in der Hütte neben der Jugendherberge angesagt. Gemütlich kamen wir dort zusammen, um am Lagerfeuer zu essen, zu singen und Werwolf zu spielen. Die Habseligkeiten waren eingesammelt, die Piraten eingepackt und so hatten wir Zeit den letzten Abend schön ausklingen zu lassen.

Freitag

Schließlich brach auch der letzte Tag an. Entgegengesetzt aller Hoffnungen wurden wir auch heute in aller Herrgottsfrühe von Jan-Bernd aus den Betten geschmissen und die obligatorische Laufrunde mit Kraftsportanteil absolviert (Beweisvideo wurde hoffentlich vernichtet). Danach war Sachen zusammensuchen und frühstücken angesagt. Die Piraten waren zum Glück schon abgebaut und so warteten wir auf die Ankunft unserer Eltern, während der ein oder andere Volljährige schon nach Hause düste. Natürlich sprachen wir uns auch alle ab, wer wann wo bei den nächsten Regatten zu finden sei, damit wir uns auch alle wiedersehen.

Alles in Allem war das Segellager dieses Jahr wieder eine schöne Zeit in der wir mit vielen alten und neuen Freunden vieles gelernt und erlebt haben. Ein Dankeschön für die Organisation an Jan-Bernd und für das Training an ihn, Holger und Anja und auch Rolf, der immer mit Werkzeug zur Stelle war. Uns hat es gefallen!  Bericht: Melina Schuhl, GER 4192

 

Platzierungen Steinhudekönig-Trainingsregatta:

1.       Platz:    Léonie und Niklas

2.       Platz:    Melina und Karen

3.       Platz:    Tim und Jonas

4.       Platz:    Nadine und Maren

5.       Platz:    Anna und Nils

6.       Platz:    Nanning und Sveja

7.       Platz:    Felix und Christoph